
Johann Pachelbel (1653-1706) – Organist, Komponist, Lehrer
Johann Pachelbel war nicht nur einer der bedeutendsten Organisten, sondern auch als Komponist von Bedeutung. Auf den Orgelemporen der Kirchen liegen neben den Orgelkompositionen von Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude auch seine Choralvorspiele, Fugen und Toccaten. Pachelbels Orgelkompositionen sind wie sein Vokalwerk, seine Klavier- und Kammermusik eingebettet in den Stil des Barock zwischen Schütz und Bach. Er vereinigte in seinen Orgelwerken die süddeutsche und die mitteldeutsche Tradition.
Wenn er auch nicht der erste war, welcher den protestantischen Choral als Grundlage der Orgelkomposition benutzte, so ist es ihm doch gelungen, das Choralvorspiel auf eine gewisse Höhe zu bringen, die dann von dem 32 Jahre jüngeren Johann Sebastian Bach zur höchsten Vollkommenheit entwickelt worden ist.
Die Tätigkeiten als Organist, Komponist und Lehrer stehen in enger Wechselbeziehung zueinander; der Organist wurde wegen der in seiner Stellung zu erfüllenden Aufgaben zum Komponisten, und auf Grund des Rufes, dessen sich der Organist und Komponist weithin erfreute, stellten sich Schüler ein, um vom Meister zu lernen, dieser wurde damit auch zum Lehrer. Zu Pachelbels berühmtesten Schülern gehörten in Erfurt Heinrich Buttstädt und Johann Christoph Bach, der älteste Bruder und erste Lehrer von Johann Sebastian Bach.
Zwölf Jahre (1678-1690) wirkte Johann Pachelbel als Organist an der Erfurter Predigerkirche. Erfurt bildete in dieser Zeit einen Mittelpunkt des musikalischen Lebens in Deutschland. Diese Jahre gehören zu den wichtigsten in seinem musikalischen Schaffen. Hier fand er auch sein persönliches Glück, in erster und zweiter Ehe heiratete er Erfurterinnen, und seine ersten Kinder erblickten in unserer Stadt das Licht der Welt.
Astrid Rose
