Historische Zeichnung von Erfurt

Straßennamenlexikon

  • Straße in Marbach, vermutlich nach einem Flurnamen benannt.
  • Der Weg in Waltersleben führt in die Flur der Nachbargemeinde Kirchheim.
  • Straße in Kühnhausen, benannt nach der einstigen Lachmühle in der Flur zwischen Kühnhausen und Elxleben.
  • Der Straßenname in Azmannsdorf geht auf eine Flurbezeichnung in der Bedeutung Grenze, Markierung zurück.
  • Straße in Bischleben, benannt nach der Flurbezeichnung „Auf dem Sande“, die bereits 1795 in den Flurkarten verzeichnet ist.
  • Straße in Urbich. Die Urbicher Schleuse ist eine Stauanlage zur Regulierung des Wasserdurchlaufs – früher oft, um im Brandfall genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben.
  • Die Schwedenschanze ist ein Ausläufer des Plateaus von Alach. Sie erinnert an die Belagerung, Befestigung und Besetzung Erfurts durch die Schweden während des Dreißigjährigen Krieges. Der schwedische König Gustav II. Adolf (1594-1632) besichtigte die Verteidigungsanlagen der Stadt am 02.10.1631 und gab sogleich Anweisungen für eine bessere Fortifikation. Besonderes Augenmerk widmete er der Errichtung von Außen- werken. So entstand diese Schanze.
  • Straße in Kühnhausen, benannt nach der Schwellenburg, die mit 227 m ü. NN die höchste Erhebung einer Gipskeuperhügelkette ist. Der markante Hügel ist umgeben von der typischen Agrarlandschaft des Thüringer Beckens.
  • Durch Urbich fließt der Urbach, der dem Ort auch einst seinen Namen gab. Mehrere Brücken überspannen in der Ortslage das Fließgewässer, eine davon – am nördlichen Ende dieser Straße bzw. dieses Weges – wurde zum Namensgeber.
  • Straße in Linderbach, die Benennung erfolgt vermutlich nach einem Flurnamen. Als Hohle bezeichnet man allgemein die läng- lich laufende Aushöhlung des Erdreichs, einen Hohlweg oder eine Schlucht.
  • Straße in Salomonsborn. Der Straßenname nimmt Bezug auf die etwa 800 Meter entfernte Flurgrenze zur Nachbargemeinde Tiefthal.
  • Straße in Kerspleben, benannt nach einer Flurbezeichnung, die Bezug nimmt zur angrenzenden Flur der Nachbargemeinde Töttleben.
  • Straße in Büßleben, vermutlich nach einer Flurbezeichnung benannt. Die genaue Bedeutung ist (bisher) nicht ermittelt. Denkbar wäre eine Beziehung zum Weinbau
  • Straße in Urbich, benannt nach der hier anliegenden evangelischen Kirche St. Ulrici.
  • Straße in Kerspleben. Der Straßenname reflektiert, dass auch in der Flur von Kerspleben einst der Waidanbau gedieh und den Bauern oft einigen Wohlstand erbrachte.
  • Straße in Kerspleben. Da man ein weiße Scheune hier und in der näheren Umgebung aktuell vergeblich sucht, ist zu vermuten, dass eine solche früher hier gestanden haben mag. Genaueres wäre noch zu ermitteln.
  • Straße in Azmannsdorf, nach einem Flurnamen bezeichnet. Es ist zu vermuten, dass hier eine feuchte Wiese bzw. eine Wiese in Wassernähe gemeint ist.
  • Straße in der alten Ringelbergsiedlung, benannt nach Zwickau, der viertgrößten Stadt Sachsens, die 1118 erstmals als „territorium Zcwickaw“ urkundlich erwähnt wurde.

Dieses Straßennamenlexikon ist nicht die erste Veröffentlichung zu Erfurter Straßennamen. Die erste wichtige Publikation zum Thema „Straßen, Gassen und Plätze von Alt-Erfurt in Vergangenheit und Gegenwart“ stammt von Max Timpel, veröffentlicht im 45. Heft der Mitteilungen des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt (1929).

Daran knüpfte ein Autorenkollektiv an, das seine Recherchen in der Mitte der 1980er Jahre begann und die Ergebnisse zum 1250-jährigen Stadtjubiläum 1992 in der Schrift „Erfurter Straßennamen in ihrer historischen Entwicklung“ veröffentlichte. Zu diesem Zeitpunkt gab es in unserer Stadt etwa 1.000 Straßen.

Dreißig Jahre später sind es fast 800 Straßen mehr, die durch rege Bautätigkeit und Eingemeindungen von Ortschaften hinzugekommen sind. Beinahe 1.800 Straßennamen!

Deshalb wollen wir mit diesem Projekt an die beiden genannten Arbeiten von 1929 und 1992 anknüpfen, sie ergänzen, fortschreiben und – falls erforderlich – korrigieren.
Dabei ist uns bewusst, dass hier durchaus noch nachgearbeitet werden muss, sei es, weil wir irrten oder weil uns einfach noch die nötigen Informationen fehlten, besonders für Straßenbezeichnungen in den eingemeindeten Ortschaften. Insofern wären die Autoren dankbar für jeden Hinweis, jede Ergänzung und jede Korrektur.

Die Zusammenstellung der Straßennamen sowie die Erläuterung ihrer Herkunft ist in erster Linie eine Fleißarbeit, die nur dank der Vorarbeit zahlloser, meist ungenannter Menschen möglich geworden ist. Viele Werke zur Geschichte, Geographie, Sprachwissenschaft und anderer Wissenschaften in analoger und digitaler Form, hier insbesondere Wikipedia und eine Unzahl anderer Quellen aus den Weiten des Internets, konnten für die Erarbeitung dieses Straßennamenlexikons herangezogen werden; dafür danken wir sehr.

Die Kartenausschnitte stammen überwiegend aus dem frei zugänglichen amtlichen Stadtplan der Stadt Erfurt (geoportal.erfurt.de). Nur da, wo aus maßstäblichen Gründen dessen Verwendung nicht möglich war bzw. sich nicht anbot, haben wir auf die OpenStreetMap zurückgegriffen.

Autor Mario Lamprecht
Lektorin Dr. Antje Bauer